BackInJob Part 2 – Konzen… was? Wie ich meinen Kopf wieder fit für den Arbeitsalltag mache

ENDLICH! Das Arbeitszimmer hat lange genug nach mir gerufen und nun sitze ich am Schreibtisch und kann loslegen. Endlich all die Ideen umsetzen, die Kitazeit für meine Pläne nutzen und mich startklar für die Berufswelt nach der Elternzeit machen.

Doch nach einer Woche bin ich total unzufrieden. „Drei Stunden sind einfach zu kurz um wirklich was gebacken zu bekommen“, denke ich zuerst. Nach der zweiten Woche bin ich überzeugt, dass ich zu viele Ideen hab und es einfach nicht schaffe alles umzusetzen. Danach bin ich eine Woche einfach nur frustriert, weil ich nicht weiß wo ich anfangen soll. Ich mache gefühlt zwar tausend Sachen, die mich aber überhaupt nicht weiterbringen.

Genervt wie ich bin, prokrastiniere ich mal wieder erfolgreich und beschließe, unseren traurigen Haufen von Vorgarten neu anzulegen, um mich bei der Gartenarbeit ein wenig abzureagieren. Dass dies ausnahmsweise mal eine sehr schlaue Entscheidung ist und sie mich zu einer Menge Erkenntnisse führt, ahne ich da noch nicht.

Ein Erfolg und der ungeahnte Wendepunkt

Eine Woche später freue ich mich jedes Mal, wenn ich aus dem Haus gehe oder nach Hause komme. Und das nicht nur, weil es so schön und ordentlich vor unserem Haus aussieht. ICH habe das gemacht. ICH habe das von Anfang bis zum Ende durchgezogen, mich nicht ablenken lassen, ein Ziel verfolgt und mich an meinen freien Vormittagen nur darauf konzentriert.

Und dann macht es Klick. Konzentrationsfähigkeit heißt also mein Problem. Die scheine ich im Laufe meiner Elternzeit so nach und nach verloren zu haben. Und mal ehrlich: Wen wundert das schon. Wann machen wir Mamas mal was von Anfang bis zum Ende, ohne dabei unterbrochen zu werden. Das scheitert ja oft schon beim Gang aufs Klo. Geschwisterstreit, akute Unlust auf alleine spielen, helfen wollen oder ganz einfach die Fähigkeit unserer Kleinen in kürztester Zeit das größte Chaos anzurichten, sorgen doch dafür, dass wir eigentlich nie so richtig fertig werden mit dem was wir tun.

Doch weil ich nicht im Arbeitsalltag wie Susanne enden will, muss ich das Problem irgendwie schnell in den Griff bekommen. Nach dieser Erkenntnis habe ich in den letzten Monaten an mir gearbeitet, Tipps von anderen ausprobiert, unseren Alltag etwas umstrukturiert und mittlerweile bin ich ganz zufrieden an den meisten Tagen. Was mir dabei am meisten geholfen hat, möcht ich euch gern verraten.

Ablenkung vermeiden

Bei der Gartenaktion sehe ich seit langem mal wieder nur meine Aufgabe. Der wartende Haufen Wäsche drinnen, die Spülmaschine etc. sind weit genug weg, als dass sie mich beschäftigen. Da ich die meiste Zeit Handschuhe trage, bin ich außerdem nicht ständig dazu geneigt aufs Handy zu schauen, sobald es einen Mucks von sich gibt. Im HomeOffice bedeutet das für mich, dass ich diverse Mitteilungseinstellungen meiner Apps geändert habe, um nicht mehr so viel abgelenkt zu werden. Ich arbeite außerdem nicht mehr im Wohnzimmer, sondern im Dachzimmer, das bei uns am weitesten vom heimischen Geschehen entfernt ist.

Alles zu seiner Zeit

Das gilt vor allem für meinen größten Ablenkungsfreund, das Handy. Hier mal Mails checken, Herzchen bei Insta verteilen und Kommentare beantworten, Pinterest schon im Affekt öffnen, obwohl ich eigentlich gar nichts Konkretes suche. Messages lesen und schon vorm Abschicken der Nachricht von etwas anderem abgelenkt sein. Ich versuche feste Zeiten für SocialMedia Gedöns einzuhalten und mich nur mit Mails & anderen Messages zu beschäftigen, wenn ich auch Zeit zum Antworten habe. Auch anderen privaten Kram, Haushalt und co. erledige ich erst dann, wenn mein Terminplan es mir sagt.

Apropos Terminplan: Daran muss ich zukünftig unbedingt noch arbeiten. Vereinbare ich Termine, habe ich bisher allem zugesagt, wenn es zeitlich machbar war. Doch ein Termin mitten am Tag ist echt Kacke. Letzte Woche war ich jeden Tag unterwegs. Fast immer hatte ich davor eine Stunde Zeit und danach vielleicht noch anderthalb bis ich schon wieder in mein Mamicape schlüpfen musste. Entweder braucht es noch Zeit, bis ich in diesen kurzen Zeiten wirklich was Produktives auf die Beine bekomme oder ich muss mir mal was anderes überlegen. Feste Tage für Termine außer Haus und deutlich weniger zeitlichen Puffer oder so.

10-Minuten Power-Putzen

Wenn mich das Chaos im Haus oder am Arbeitsplatz doch mal zu sehr nervt, dann mache ich Power-Putzen nach der 10-Minuten-Regel. Von der habe ich im Mamanehmer-Podcast gehört und sie ist ganz einfach. Mehrmals am Tag fokussiert man sich beim Aufräumen für nur 10 Minuten auf eine Sache oder einen Raum und gibt dabei so richtig Vollgas. Ich mache das üblicherweise direkt, wenn ich die Kinder weggebracht habe und kurz bevor ich wieder zum abholen fahre. Was man da alles schaffen kann in kurzer Zeit ist unglaublich. Allein diese 10 Minuten Konzentration waren anfangs schon eine kleine Herausforderung für meinen Kopf. Jetzt aber hilft es mir wirklich enorm dabei, mich nach dem ersten Powergang auf mein eigentliches Tagsziel zu konzentrieren.

Pause für die Kreativität

Ich liebe es ja eigentlich meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und das Rad neu zu erfinden. In den letzten Wochen war es für meine Konzentrationsfähigkeit aber das Beste, wenn ich mich an Anleitungen gehalten habe und einfach nur Dinge nachgemacht habe. Erst als ich das wieder drauf hatte, war Platz für eigene Ideen.

Zwei Schritte vor – einen zurück

Es fällt schwer Rückschläge zu akzeptieren. Kaum kränkelt ein Kind, ist Zwangspause angesagt. Danach stehe ich oft wie an meinem ersten „freien“ Tag da und muss mich neu sortieren um wieder klarzukommen. Zwischendurch verfallen wir als Familie auch immer wieder mal in alte Muster, stehen zu spät auf, trödeln morgens oder lassen an müden Abenden alles stehen und liegen, weil „ich das schon irgendwie hinbekomme“ am nächsten Tag. Dann ist es schnell wieder vorbei mit dem konzentrierten Arbeiten. Ich hoffe auch das bekomme ich bald mal in den Griff.

Homeoffice mit wenig Home und viel Office

Ihr seht schon, viele meiner „Probleme“ sind daran gekoppelt, dass ich momentan von zu Hause arbeite. Damit es sich aber nicht ganz so anfühlt, habe ich mir noch ein paar Dinge an-/abgewöhnt. Wenn ich am Schreibtisch sitze bleiben Fernseher und Musik aus. Es gibt keine Kuschelpuschen, gegessen wird nicht am Arbeitsplatz und ich versuche generell zu viel Gemütlichkeit zu vermeiden, damit es sich vormittags mehr nach Office und weniger nach Home anfühlt. Pssst… deshalb laufe ich manchmal sogar in Straßenschuhen rum.

Zugegeben, meine Elternzeiten mit kurzer Unterbrechung direkt hintereinander waren nun mit fast 5 Jahren auch echt lang. Ich frag mich trotzdem immer wieder, wie es so schwer sein kann, die Birne wieder fit zu bekommen.

Wie sah das bei euch aus? Habt ihr euch nach der Elternzeit schnell wieder zurecht gefunden und einfach da weitergemacht, wo ihr aufgehört habt? Oder habt ihr auch das Gefühl eure Konzentrationsfähigkeit hättet ihr irgendwo im Kreißsaal an den Haken gehängt? Habt ihr vielleicht noch mehr Tipps für mich? Hat jemand von euch vielleicht über seine Erfahrungen im Homeoffice geschrieben und mag den Link in die Kommentare setzen?

2 Gedanken zu “BackInJob Part 2 – Konzen… was? Wie ich meinen Kopf wieder fit für den Arbeitsalltag mache

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